Vom Liebeskummer zur echten Krankheit

KrankheitenDepressionen – Vom Liebeskummer zur echten Krankheit – Liebeskummer macht krank und verursacht Depressionen und Herzbeschwerden

Vom Liebeskummer zur echten Krankheit

Liebeskummer kann zur Krankheit werden
Fotolia.com © Petair – Liebeskummer macht krank

Bis vor wenigen Jahren wurde Liebeskummer nicht als potenziell behandlungswürdige Krankheit gesehen. Obwohl seine Symptome verblüffende Ähnlichkeiten mit denen der Depression aufweisen und obwohl ein ‚gebrochenes Herz‘ tatsächlich Herzbeschwerden hervorrufen kann.

Mittlerweile sind Ärzte und Psychologen dazu übergegangen, Trennungsschmerz zumindest als möglichen Auslöser für zum Teil recht ernsthafte Krankheiten in Betracht zu ziehen. Insbesondere eine klinische Depression oder Herzbeschwerden können tatsächlich durch Liebeskummer ausgelöst werden.

Gebrochenes Herz als Verursacher von Herzbeschwerden

Es ist mittlerweile klinisch getestet und bestätigt, dass ein ‚gebrochenes Herz‘ tatsächlich Herzbeschwerden bis hin zum Herzinfarkt auslösen kann. Patienten, die durch Liebeskummer verursachte Herzbeschwerden haben, erholen sich zwar wesentlich schneller und grundlegender davon, aber es handelt sich dennoch um sehr ernsthafte Erkrankungen, die – zum Beispiel wenn bereits eine Vorbelastung vorliegt – auch tödlich enden können.

Trennungsschmerz als Grund für Bindungsunfähigkeit

Relativ weit verbreitet ist eine mehr oder weniger ausgeprägte Bindungsunfähigkeit nach einer durchlittenen Phase des Trennungsschmerzes. Menschen, die verlassen wurden versuchen diesen Schmerz zukünftig dadurch zu vermeiden, dass sie tiefere Bindungen generell nicht mehr zulassen und sich nur noch in der emotionalen Oberflächlichkeit bewegen. Diese Vermeidungsstrategie funktioniert zwar auf der einen Seite, führt aber durch das Nicht-mehr-Zulassen echter Bindungen zu massiven Defiziten und in der Folge zu einem andauernden Gefühl der Leere.

Liebeskummer als depressionsauslösender Faktor

Auch wenn psychotherapeutische Fachkreise Liebeskummer nicht als Auslöser für Depressionen nennen, die Symptome von beidem sind sehr ähnlich:

  • innere Leere, Hoffnungs-, Interesse-, Freud-, Antriebslosigkeit
  • Zukunftsängste, Traurigkeit und eine depressive Grundstimmung, die bis zu Verzweiflung und Suizidgedanken gehen kann
  • Schuldgefühle bis hin zum Selbsthass
  • Konzentrationsmangel, Schlaf- und Essstörungen (Appetitlosigkeit oder ‚Fresssucht‘)
  • v.m.

Und auch die Beschreibung einiger explizit depressionsauslösender Faktoren lässt sich mehr oder weniger 1:1 auf den Liebeskummer übertragen: „Einschneidende Änderungen und bedeutende Stressfaktoren wie der Tod oder Verlust eines geliebten Menschen …“.

Versuche mit dem Gehirnscanner zeigten, dass Menschen mit Liebeskummer sehr ähnliche Symptome im Gehirn zeigen, wie klinisch depressive Menschen. Viele Fachleute sehen darin Beweise, dass Liebeskummer sehr wohl depressionsauslösend wirken kann.

Es besteht allerdings ein wesentlicher Unterschied zwischen normalem Liebeskummer und einer echten (klinischen) Depression: Während Liebeskummer und Trennungsschmerz normal und auf dem Weg heraus aus einer emotionalen Bindung auch extrem wichtig sind, handelt es sich bei einer klinischen Depression um eine ernstzunehmende Krankheit, die behandelt werden sollte.

Demgegenüber hilft normaler Liebeskummer Verlassenen dabei, die beendete Beziehung aufzuarbeiten und sorgt so dafür, dass sie nach den Phasen der Verunsicherung, Trauer und Wut wieder zu sich selbst finden und das Leben ohne den Ex-Partner annehmen, ja genießen können.

In der Regel dauert dies von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Dem Verdacht auf eine echte Depression kommt nahe, wer auch nach Monaten immer noch in einem Maße an den Folgen einer Trennung leidet, das ein normales Leben nur sehr eingeschränkt möglich macht.

Wie unterscheidet man Liebeskummer und echte Depression?

Der Übergang von einem noch normalen und heilsamen Liebeskummer zu einer behandlungswürdigen Depression kann also zum einen an der Dauer und zum anderen der Schwere der Symptome festgemacht werden.

Wer auch Monate nach dem Ende einer Beziehung noch an depressiver Verstimmung leidet oder wenn die Folgen davon sehr schwerwiegend werden – wenn zum Beispiel Gedanken der Selbsttötung ins Spiel kommen – ist eine gezielte Behandlung angeraten. Dies wird in der Mehrzahl der Fälle zunächst eine Gesprächstherapie sein, die jedoch im Einzelfall auch medikamentös begleitet werden muss.

Alternative: Ex zurückgewinnen?

Es ist naheliegend, aber in den allermeisten Fällen keine gute Idee, in der schlimmsten Leidensphase daran zu denken, ob und wie man die oder den Ex zurückgewinnen könnte.

Je nach Gründen für die Beendigung einer Beziehung kann dies sogar mehr oder weniger einfach sein, ist jedoch rein statistisch und langfristig gesehen meist zum Scheitern verurteilt. Die Beziehungsspezialisten von beraterteam.info werten regelmäßig unter ihren Klienten durchgeführte Umfragen aus und können deshalb sehr genau belegen, dass der Versuch, eine bereits beendete Beziehung wiederaufleben zu lassen zu 90% scheitert.

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