Grundformen der Angst, Wissen und Grundlagen, Existenzangst

Angst und Phobie – Grundformen der Angst, Wissen und Grundlagen, Existenzangst

Wesen von Angst und Phobie – Grundformen und deren Bedeutung

Fritz Riemann baut seine vier Grundformen der Angst als Forderung an das Selbst auf. So gibt es die Selbsthingabe, welche mit der Selbstwerdung (Selbstbewahrung und Selbstverwirklichung) in Konflikt steht und die Wandlung, die mit der Notwendigkeit in Konflikt steht.

Grundformen der Angst und Phobie

Aus diesen vier Grundformen bzw. Forderungen an eine Persönlichkeit entstehen Ängste. Diese Grundformen der Ängste sind, die

  • Angst vor der Selbsthingabe, zumeist als Ich-Verlust und Abhängigkeit erlebt
  • Angst vor der Selbstwerdung, als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt
  • Angst vor der Wandlung, als Vergänglichkeit und Unsicherheit erlebt
  • Angst vor der Notwendigkeit, als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt

Alle möglichen Ängste sind immer Variationen der vier Grundformen und können dementsprechend auf diese zurückgeführt werden.

Eine Persönlichkeit, sollte immer versuchen das Gleichgewicht dieser 4 Forderungen zu erfüllen. Ängste sind generell etwas Gutes, denn Sie wollen uns schützen und behüten.

Da aber Ängste zumeist in früher Kindheit entstehen und Kinder sehr wenige Alternativen besitzen anders zu reagieren, als mit Angst, bleiben die Ängste bis ins Erwachsenenalter bestehen, obwohl sie Ihren Anspruch uns zu schützen längst verloren haben.

Ab dann wirken Ängste nicht mehr schützend, sondern behindernd. Wir können bewusst unsere Angst etwas steuern, in dem wir uns sagen, dass die Angst ungerechtfertigt ist, aber das Unbewusste fährt immer wieder die gleichen Muster der Angst aus.

Die Anker wirken und meist malt sich die betroffene Person die schlimmsten Zukunftsvisionen aus, welche die Angst dann noch verstärken.

Ängste wirken oft auch potentiell, das heißt Sie vermehren sich und binden sich in alle Lebenssituationen verstärkt mit ein. Nach dem Motto von der Wurzel zum Baum.

Wenn die Ängste zunehmen und so stark werden, dass sie bestimmte Grenzen überschreiten, also nicht mehr bewusst zu steuern sind, sprechen wir von Neurosen.

Neurosen der Psychotherapie

Die vier Neurosen der Psychotherapie sind:

  • der Schizoide, entspricht der Angst vor der Selbsthingabe
  • der Depressive, entspricht der Angst vor der Selbstwerdung
  • der Hysterische, entspricht der Angst vor der Notwendigkeit
  • der Zwanghafte, entspricht der Angst vor der Wandlung

Nachfolgend möchte ich Ihnen noch kurz die Merkmale der vier Neurosen geben, aber bitte Bedenken Sie, dass eine Neurose schon eine schwere Form der Angststörung ist, und wenn Sie sich in den Merkmalen wiederfinden, es noch lange nicht bedeuten muss, dass Sie neurotisch sind.

Viele Variationen findet jeder in seinem Selbst, den wir sind Menschen und haben die Aufgabe ins Gleichgewicht zu kommen, nicht völlig angstfrei durch das Leben zu gehen.

Jedoch gibt es viele unnötige Ängste, die wir loswerden dürfen und können.

Meine ganz persönliche Meinung ist es, dass es Ängste geben muss, um uns zu führen. Nehmen wir das Beispiel der Prüfungsangst: Die Prüfungsangst ist meiner Meinung nach gerechtfertigt, wenn eine Person nichts lernt und deswegen Angst bekommt durchzufallen (Schutzfunktion).

Eine Prüfungsangst ist nicht gerechtfertigt, wenn eine Person lernt und gute Leistungen erbringen kann, aber vor Angst bei der Prüfung nicht mehr klar Denken kann und somit durchfällt (Behinderungsfunktion).

Merkmale einer schizoiden Persönlichkeit

Der schizoiden Persönlichkeit fehlt es an den Mitteltönen im menschlichen Umgang, welches zu Problemen führt in Partnerschaften, mit der Liebe und Zärtlichkeit, er kann sich schlecht in anderen Personen hinein versetzen

Aggression: Grausamkeit, Sadismus, Schroffheit, plötzliche verletzende Schärfe, eisige Kälte und Unerreichbarkeit, Zynismus und schnellen Umschlagen von Zuwendung zu feindseliger Ablehnung.

Entstehung: Mangel an altersgemäßer Geborgenheit in der frühesten Kindheit.

Positive Merkmale: souveräne Selbständigkeit, Unabhängigkeit im Mut zu sich selbst, scharfe Beobachtungsgabe, affektlose, kühle Sachlichkeit, kritisch-unbestechlicher Blick für Tatsachen.

Merkmale einer depressiven Persönlichkeit

Eine depressive Persönlichkeit hat Angst vor dem Alleingelassenwerden und Verlustangst, ein starkes Bedürfnis nach Geliebtwerden, braucht Sicherheit und Geborgenheit.

Tugenden: Bescheidenheit, Verzichtsbereitschaft, Friedfertigkeit, Selbstlosigkeit, Mitgefühl, Mitleid.

Probleme: neigt zu Süchten aller Art, zum Beispiel auch Fettsucht und Magersucht, besitzt eine geringe Schwelle bei der Abgrenzung zwischen dem ICH und dem DU und hat eine geringe Selbstachtung.

Merkmale einer zwanghaften Persönlichkeit

Der Zwanghafte will am liebsten alles beim Alten lassen, hat ein überbetontes Sicherheitsbedürfnis sowie Angst vor Risiko und Vergänglichkeit, es besteht eine immerwährende Selbst- und Fremdkontrolle. Weiterhin zaudern, zögern und zweifeln Zwanghafte gerne, können sich daher auch schlecht entscheiden bzw. Entscheidungen treffen.

Zusätzlich möchten sie Ihren Partner nach Ihrem Willen formen und es fehlt Ihnen an Spontaneität.

Merkmale einer hysterischen Persönlichkeit

Typische Angstausprägungen von Hysterischen sind Tierphobien, Platzangst, Straßenangst, Angst vor geschlossen Räumen (Klaustrophobie) und vor der Öffentlichkeit.

Sie üben gerne Gegenkritik und Gegenvorwürfe, die ohne Halt sind bzw. aus anderen Situationen kommen, eventuell Flucht in Krankheit, um Zeit zu gewinnen.

Sie brauchen Bestätigung von Außen, sie besitzen meist eine chaotische Kindheit ohne Führung und gesunde Leitbilder, weichen gerne von der Realität ab und neigen dazu, die eigene Schuld zu vergessen oder abzuleugnen.

Grundformen der Angst, Wissen und Grundlagen, Existenzangst
Grundformen der Angst, Wissen und Grundlagen, Existenzangst